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Funk-Infos
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Peter
Becker (Text)
Stephan Külgen (Foto)

Der Amateurfunkraum in
unserer Schule
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Amateurfunk in der Schule....
Was soll das?
Seit 1978 betreibe ich an der
Montessori-Hauptschule eine Amateurfunk-Schulstation mit dem Rufzeichen D K 0 K I (
gesprochen nach internationalem Buchstabieralphabet: Delta Kilo Zero Kilo India ).
Amateurfunk ist ein gesetzlich geregelter Funkdienst, den man nur nach einer umfangreichen
Prüfung, die natürlich bestanden sein muß, betreiben darf. Verglichen
mit dem CB-Funk (abgekürzt für Citizen Band) ist die Freizügigkeit das
Amateurfunks sehr groß; sie ist natürlich gekoppelt mit dem Vertrauen des
Gesetzgebers in den verantwortungsvollen Umgang mit eben dieser Freiheit.
Zu den Freiheiten des Amateurfunkers
gehören beispielsweise a. die Möglichkeit, a. sich in den unterschiedlichsten
Betriebsarten, also z.B. Tastfunk, Sprechfunk, Bildübertragung, Amateurfernsehen
und Datenfunk, sende- und empfangsmäßig zu bewegen, b. die Frequenzen ,auf
denen er Betrieb machen will, nach gesetzlichen Vorgaben frei zu wählen, c. die
Leistung, mit der er senden will, in Grenzen zu wählen, d. seine Geräte nach
eigenen Geschmack zu bauen oder gekaufte Geräte zu verändern, e. seine Antennenanlagen
nach eigenem Gutdünken zu gestalten, f. und...und...und...So sind physikalisch
gesehen CB-Funk und Amateurfunk zwar verwandt - beides ist Hochfrequenzanwendung -
realistisch gesehen liegen jedoch Welten zwischen beiden.
Der Gedanke, Amateurfunk schulisch zu verwerten, lag und liegt nahe, da es sich bei
Funk um das physikalische Phänomen der Anwendung der elektromagnetischen Hertzschen
Wellen zur Übertragung von Nachrichten im niederfrequenten Bereich handelt. Mit
einem " Modewort " gesagt: es geht um Kommunikation. Amateurfunk beschäftigt
sich seit ca. 100 Jahren mit der drahtlosen Kommunikation zwischen Menschen mit gleichen
Interesse in unterschiedlichsten Kulturkreisen: er war von Anfang an durch die Festlegung
der Frequenzen, nämlich Kurzwelle, auf Grenzüberschreitung angelegt.
Und damit war er ein hervorragendes Medium zur Völkerverständigung auch in
Zeiten des sogenannten " kalten Krieges ". Für Amateure waren politische
Grenzen immer unbedeutend, und heute sind sie es natürlich auch noch. Auf diesen
Grundgedanken kann man sehr gut aufbauen, denn es war und ist im Rahmen des Wahlpflichtbereiches
in den Klassen 9 und 10 möglich, erweiterten Physikunterricht zu betreiben, mit
dem Ziel, praktische Elektronik durch eigenständige Planung und Realisierung von
kleinen Schaltungen, besonders im Hochfrequenzbereich, zu verwirklichen.
Hierdurch wurde bei einer großen Zahl von Schülern ein echtes Interesse
für technisch-elektronische Berufe oder überhaupt technische Berufe geweckt.
Für viele Schüler ergaben sich durch den Unterricht berufliche Perspektiven,
die sie vielfach auch realisieren konnten. Wenn man so will, kann man die Ausrichtung
des Wahlpflichtunterrrichts in diese Richtung als Erweiterung des Technikunterrichts
verstehen. Nach wie vor kommt aber ein schon angedeuteter , wichtiger Gesichtspunkt
hinzu, der im Rahmen des Kommunikationszeitalters immer mehr an Bedeutung gewinnt:
grenzüberschreitende Verständigung! Gibt es eine Möglichkeit, schneller
Vorurteile abzubauen, als durch direkte grenzüberschreitende Kommunikation? Nein,
es gibt sie nicht!
Und um dieses Erziehen zur bewußten Toleranz geht es letztlich auch immer wieder.
Grenzüberschreitende Völkerverständigung, gekoppelt mit der Notwendigkeit,
auch andere Sprachen zu lernen, das war und ist immer wieder ein ganz besonderer Reiz
im Amateurfunk. DX ( Delta X.ray ), Weitverbindungen, d.h. gleichzeitig mit Amerika
und Rußland in Englisch zu sprechen oder Bilder zu übertragen, das ist schon
was....oder? Besonders schön eröffnen sich hier Reize für die Schüler
durch die seit 2 Jahren gebotene Möglichkeit des Ausbildungsbetriebs. In der Montessori
- Hauptschule haben die Schüler an der Schulstation D K Æ K I seit ca. einem
Jahr die Möglichkeit, auch selbst alle Betriebsarten sendemäßig durchführen
zu dürfen - unter Anleitung eines Funkamateurs ( in diesem Fall DF2JB).
Hierzu hat die Schule ein Ausbildungsrufzeichen für den Ausbilder DF2JB erworben:
DN2EB. Die 156,00 DM , die das Rufzeichen für zwei Jahre kostet, sind gut angelegt,
zumal die Schule nur die Hälfte des Betrages zahlt; die andere Hälfte zahlt
der DARC ( Deutscher Amateur Radio Club ).
Und was kostet das alles? Nun, innerhalb von nun 21 Jahren haben wir nach einer Grundausstattung
von ca. 5000.- DM nur für ca. 1000.- DM Geräte angeschafft. Ist das viel?
Alle PC's, mit denen wir Datenverkehr machen, sind über Amateurfunker der Schule
geschenkt worden. Sicher, nach 21 Jahren werden nun einige Geräte " mürbe
" , aber werden wir das nicht auch nach so langer Zeit ohne Wartung? Das ein oder
andere müßte da schon mal ersetzt werden. Aber es zahlt sich aus: das darf
und kann ich nach so vielen Jahren Unterricht in diesem Metier sicher sagen.
Vy 73 de DF2JB.....das heißt
übersetzt: beste Grüße von DF2JB, dem Peter |